
Auf der Dutch Pinball Open Expo 2025 in Veldhoven standen zwei Namen auf der Bühne, die für moderne Flipper-Kultur ziemlich sinnbildlich sind: Gary Stern (Stern Pinball) und Jack Danger (Dead Flip, Stern). In dem rund einstündigen Talk, veröffentlicht vom Kanal „Pinball News“, geht es nicht um eine einzelne Produktankündigung – sondern um das größere Bild: Wie kommt man überhaupt in diese Branche, warum erlebt Flipper seit Jahren ein Comeback, und welche technischen Weichen stellt Stern für die nächste Gerätegeneration?
Das Gespräch passt perfekt zu einem Event, das längst mehr ist als „nur ein Turnier-Wochenende“. Die DPO Expo kombiniert Free-Play-Hallen mit Hunderten Geräten, internationale Wettbewerbe und ein Seminarprogramm mit Branchenköpfen – genau die Art von Bühne, auf der Strategie, Technik und Business zusammenlaufen.
Was im Video im Mittelpunkt steht
Der Kern des Videos ist eine Mischung aus persönlicher Geschichte und Status-Update: Gary Stern und Jack Danger erzählen, wie sie jeweils zum Flipper gekommen sind und wie sich aus „Faszination für die Silberkugel“ reale Jobs und Verantwortung entwickeln. Parallel geben sie einen Überblick, welche Produkte und technischen Entwicklungen Stern aktuell umtreiben – also die Dinge, die man als Betreiber, Sammler oder ambitionierter Turnierspieler spürt, sobald ein neues System, ein neues Feature oder ein neues Update in der Halle steht.
Wichtig: Das Format ist eher Bühne/Panel als „Hands-on-Review“. Wer konkrete Feature-Listen zu einem einzelnen Gerät erwartet, bekommt stattdessen Einordnung: Warum bestimmte Technikentscheidungen getroffen werden, welche Rolle Community und Content heute spielen – und warum Hersteller zunehmend über Software, Plattformen und Vernetzung reden, nicht nur über Rampen und Targets.
Warum diese Duo-Kombination spannend ist
Gary Stern steht für die Herstellerperspektive: Produktion, Markt, Plattform-Strategie – und die Frage, wie Flipper in einer Welt aus Games-as-a-Service und ständigem Content-Druck relevant bleibt. Jack Danger steht für die moderne Schnittstelle aus Design, Community und Medien. Er kommt aus der Streaming- und Creator-Ecke („Dead Flip“), ist aber gleichzeitig Entwickler und inzwischen mit neuen Aufgaben im Community-Umfeld bei Stern betraut.
Gerade diese Kombination macht den Talk interessant: Flipper ist heute nicht mehr nur ein Automat, der einmal gebaut und dann „fertig“ ist. Es ist ein Produkt mit Software-Lebenszyklus, Online-Funktionen, Events, Updates – und einer Öffentlichkeit, die über Streams, Turniere und Social Media permanent mitredet.
Technik als Thema: Vernetzung, Plattformen, Updates
Wenn Hersteller wie Stern von „Technologie-Entwicklung“ sprechen, geht es meist um zwei Ebenen: erstens um die Elektronik- und Plattformbasis im Gerät (Rechenleistung, Display, Audio, Netzwerk), und zweitens um Online-Ökosysteme, die Spieler langfristig binden (Accounts, Achievements, Challenges, Leaderboards, Events).
Im Stern-Kosmos ist das seit einigen Jahren eng mit „Insider Connected“ verknüpft – also der Idee, Flipper stärker zu vernetzen und Features wie Profile, Fortschritt und Community-Elemente ins Spiel zu holen. Für Betreiber kann das ein zusätzlicher Anreiz sein (Wiederkehr, Wettbewerbsgefühl), für Sammler eine Komfort- und Langzeitfunktion, und für Turnierspieler eine weitere Ebene an Tracking und Vergleichbarkeit.
The Walking Dead Remastered als Beispiel für Sterns Richtung
Ein konkreter Ankerpunkt rund um die DPO Expo ist The Walking Dead Remastered. Rund um das Event wurde das Gerät als „modernisierte“ Version des Originals positioniert – mitsamt technischer Plattform-Argumentation. Stern beschreibt das Remaster als Titel auf der neuen SPIKE-3-Plattform und betont u.a. ein größeres Full-HD-Display, stärkere Rechenleistung, überarbeitetes Audio, bessere WLAN-Unterstützung und sogar drahtlose Kopfhörer-Funktion. Dazu kommen spielnahe Updates wie eine überarbeitete Crossbow-Mechanik, neues RGB-Licht, zusätzliche Software-Regeln und neue Audio-Callouts.
Warum ist das im Kontext des Talks relevant? Weil „Remaster“ bei Flipper mehr ist als Nostalgie. Es ist ein Statement: Hersteller wollen erfolgreiche Regelwerke und Layouts nicht nur konservieren, sondern technisch auf ein neues Fundament stellen – und damit die Lebensdauer eines Designs verlängern. Das ist eine Strategie, die man aus Videospielen kennt, im Flipper aber eine besondere Wirkung hat, weil Hardware und Wartbarkeit immer mitspielen.
Dutch Pinball Open Expo: Bühne für Industrie und Community
Dass ausgerechnet die DPO Expo 2025 so ein Gespräch hostet, ist kein Zufall. Die Veranstaltung in Veldhoven (21.–23. November 2025) wird als großes Szene-Highlight beschrieben – mit Free-Play-Flächen im Bereich „über 200 bis über 300 Geräte“ (je nach Quelle/Definition), internationalen Turnieren und Vorträgen. Auch das Line-up an Gästen zeigt den Anspruch: Neben Gary Stern und Jack Danger wurden u.a. Steve Ritchie sowie Vertreter weiterer Hersteller/Studios angekündigt.
Für die Szene ist das ein ziemlich ideales Setup: Tagsüber wird gespielt und getestet, abseits davon werden Entwicklungen erklärt, diskutiert und eingeordnet. Solche Formate sind wertvoll, weil Flipper oft in Gerüchten und „Hype-Zyklen“ lebt – Panels holen das Thema zurück auf Fakten, Prioritäten und echte Roadmaps.
Einordnung: Was man aus dem Talk mitnehmen kann
- Flipper wird stärker zum Plattform-Produkt: Vernetzung, Accounts, Updates und digitale Features sind kein Beiwerk mehr, sondern Teil der Strategie.
- Community ist ein Hebel, kein Nebenschauplatz: Creator, Streams und aktive Kommunikation beeinflussen Sichtbarkeit und Nachfrage – und damit auch, wie Hersteller ihre Releases begleiten.
- Remaster/Neuauflagen sind eine Logik, keine Ausnahme: Wenn neue Plattformen kommen, werden starke Klassiker interessant, weil sie sich technisch „heben“ lassen.
- Events wie die DPO Expo werden zu Industrie-Schaufenstern: Nicht nur neue Geräte zählen, sondern auch der Kontext: warum etwas gebaut wird – und wohin die Reise geht.

